St. Laurentiuskirche mit Geschlechterfriedhof

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Die größte Sehenswürdigkeit des Ortes ist die St. Laurentiuskirche (erbaut im 12. Jahrhundert, erweitert im Jahr 1471) mit dem Geschlechterfriedhof, auf dem letztmals im Jahr 1945 eine Beerdigung durchgeführt wurde. Die Gräber können zum Teil besichtigt werden (der Sulemannen-Keller und der Nannen-Keller).

 


 

Hier wurde auch einer der bedeutendsten Politiker der Bauernrepublik Dithmarschen beigesetzt, der Achtundvierziger Peter Swyn (1480?–1537). Neben dem Grabstein ist eine Stele erhalten, auf dem dessen Ermordung abgebildet ist.


Sagengestalt aus Lunden: Karl Müllenhoff (1818–84), seit 1846 Prof. für Germanistik in Kiel, ist Sammler von Sagen, Märchen und Liedern der Herzogthümer Schleswig-Holstein und Lauenburg. In einer dieser Sagen findet man die Gestalt des Klaus Nanne aus Lunden. Dieser wird später Namensgeber der Klaus-Nanne-Straße in Hamburg.

 

 

 

 

Rund um die St. Laurentius-Kirche finden Sie den Geschlechterfriedhof.
 

Die Familienverbände (Geschlechter) prägten in besonderer Weise die Geschichte Dithmarschens.


Nicht Feudalherren, sondern einflussreiche Bauerngeschlechter haben diese Gegend als unabhängige Bauernrepublik von 1447 – 1559 regiert. Ein Zeugnis hierfür ist der Lundener Geschlechterfriedhof, kulturgeschichtlich einmalig in seiner Art. Ein jedes Grab gehört zu einem Hof.
 

Ein Sühnestein erinnert an Peter Swyn, der im Jahre 1537 ermordet wurde. Die Inschrift „Pater Patriae“ (Vater des Vaterlandes) weist auf die hervorragende Bedeutung Peter Swyns hin. Als einer der „48er Regenten“ vertrat er die Dithmarscher Bauernrepublik nach außen hin. Am Tatort, der am heutigen Bahnübergang nach St. Annen liegt, erinnern ein Gedenkstein und eine Tafel an den größten Dithmarscher seiner Zeit.


Die Swyns gehörten zur oberen Schicht der freien Dithmarscher Bauernrepublik, waren gelehrt, konnten lesen und schreiben. Viele Bauern, die Schriftstücke nicht entziffern konnten, holten Rat bei den Swyns. Und wenn nicht einmal diese mit dem Schreiben etwas anzufangen wussten, war klar: “Dat kann keen Swyn lesen!“.
 

Peter Swyn kämpfte 1500 bereits in der legendären Schlacht bei Hemmingstedt, mit der sich die Dithmarscher ihre Freiheit bewahrten.
 

Auch die Erinnerung an den ebenfalls berühmten Enkel Marcus Swyn bleibt erhalten dank des Pesels, den er in das Leher Anwesen einbauen ließ. Die teilweise rekonstruierte Bauernstube kann heute im Dithmarscher Landesmuseum in Meldorf besichtigt werden.

 

Für Führungen über den Geschlechterfriedhof kontaktieren Sie gerne das Kirchenbüro Lunden unter

Kirchengemeinde Lunden

Claus-Harms-Straße 10

25774 Lunden

Tel.: 04882/360

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